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Der Harz Deutschland

Der Harz, seine Fürsten & Könige – eine Reise in die deutsche Geschichte

An vielen Orten des Harzgebirges kann man auf den Fährten der mittelalterlichen Herrscher wandern und Städte mit Geschichte erkunden. Ideal geeignet ist dafür der Weg der deutschen Kaiser und Könige. Der Harz Deutschland: auf den Spuren der Geschichte von Königen und Fürsten.

Wernigerode – Start und Ziel auf dem Kaiserweg

Das Wegenetz der Kaiser und Könige geht zurück auf die Zeit der Karolinger und wurde im Zuge des Erzabbaus angelegt. Heute kann man auf waldreichen Hohlwegen zu Reichsburgen und -klöstern wandern, in das Mittelalter eintauchen und gleichzeitig einzigartige landschaftliche Ausblicke genießen.

„Die bunte Stadt“ Wernigerode stellt dafür den perfekten Ausgangspunkt dar, wurde der aus Bad Harzburg kommende Weg doch hier offiziell eröffnet. Und schon im 11 und 12. Jahrhundert entwickelte sie sich zu einem Mittelpunkt im Herrschaftsgebiet der gleichnamigen Grafen. Dass das die Fachwerkhäuser überthronende neogotische Schloss in seiner heutigen Form nicht aus dem Mittelalter stammt, erkennt nur der Architekturprofi. Die Fürsten von Stolberg-Wernigerode erkoren die an dieser Stelle im 16. Jahrhundert zu einer Renaissancefestung ausgebaute Burg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu ihrem Wohnschloss. Es vereint Bausubstanzen aus den verschiedensten Epochen und seine Terrassengärten bieten Ausblicke über die Stadt und zum Brockenplateau.

Der Harz Deutschland – Quedlinburg, Sitz der Könige

In der Fachwerkstadt Quedlinburg schlechthin ist gar nicht möglich, die Zeugnisse frühmittelalterlicher Könige zu verpassen. Denn sie ist voll davon. Architektonische Spuren hat er selbst zwar nicht direkt hinterlassen. Dennoch ist der sächsische Herzog und ostfränkische König Heinrich I. aus dem Adelsgeschlecht der Luidolfinger rund um die Fachwerkpracht bis heute präsent. Er begründete zu Füßen des späteren Stiftsberges eine Pfalz, die von den Freihöfen seiner Ministerialen umgeben war. Und tüchtig war Heinrich, auch auf dem Areal der nachmaligen romanischen Wipertikirche ließ er einen Königshof mit Kapelle errichten. Vor allem zu Ostern suchten Heinrich und seine ottonischen und salischen Nachfolger die befestigte Pfalzanlage auf, die vom 10. bis zum 12. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum der Reichspolitik darstellte. Große Hoftage erlebte die Pfalz unter Otto I. 973 und Otto III. 1000. Und diese beiden Herrscher sind für die deutsche Geschichte von enormer Bedeutung, denn unter ihnen bildete sich aus dem Ostfränkischen das Heilige Römische Reich heraus.

Heinrich I. verstarb 936. Um ihm zu gedenken, gründete seine Frau Mathilde neben einem Kloster bei der Wipertikirche das Quedlinburger Damenstift. Ihr Sohn, Kaiser Otto I., stattete es mit Landbesitz aus und verlieh ihm die Reichsunmittelbarkeit. Das Kloster war damit nur dem Reichsoberhaupt und Papst unterstellt und wurde bis zur Säkularisierung 1803 von den Äbtissinnen regiert. Die romanische Krypta ist die letzte Ruhestätte von König Heinrich I. und seiner tatkräftigen Gemahlin. Otto I. und seine Königin Adelheid sind in Form von Seccomalereien auf den Kreuzgratgewölben gegenwärtig. Auch Heinrichs I. Enkelin, die Äbtissin Mathilde, und die Gattin Ottos II., die byzantinische Prinzessin Theophanu, wirkten als Stifterinnen. Auf ihre Anregungen hin entstand das Kloster auf dem Münzenberg als Pendant zum Schlossberg.

Goslar – der wohl berühmteste Pfalzort des Mittelalters

Wer möchte, kann den geschichtsträchtigen Pfad auch schon in Goslar starten und von dort aus bis ins Kyffhäusergebirge marschieren. Der ottonische Kaiser Heinrich II. war es, der die Pfalz 1009 zu einem zentralen politischen Zentrum des entstehenden Heiligen Römischen Reiches machte. In der Folge ging die Macht an das Adelsgeschlecht der Salier über. Konrad II. erkannte das Potential des sich durch den Erzabbau entwickelnden Ortes am Rammelsberg und baute die Pfalz in den 1030er- und 1040er-Jahren weiter aus – das Saalgebäude wurde so zum größten Profanbau des 11. Jahrhunderts in Deutschland. Unter Heinrich III. war Goslar endgültig ein Mittelpunkt des Reiches. Er ließ sein Herz in Goslar, es wird bis heute in der St.-Ulrichs-Kapelle neben der Pfalz bewahrt. Bis in die Regierungszeit des Staufers Friedrich I. Barbarossa blieb die Pfalz der bevorzugte Ort der mobilen Herrschaftsausübung der mittelalterlichen Regenten.

Der Harz Deutschland – Die kulturhistorische Landschaft entdecken

Eine Vielfalt an historischen Plätzen hält der Harz für den aufmerksamen Wanderer bereit. Eine Expertengruppe aus der Region hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles Wissenswerte über die zahlreichen Aufenthalte der römisch-deutschen Regenten zur Verfügung zu stellen und auf Wanderrouten erlebbar zu machen. Es wird kontinuierlich daran gearbeitet, für den Geschichtsfan ein besonderes Wandererlebnis zwischen urwüchsiger Natur und historischen Plätzen bereit zu stellen. Auf Bergrücken und einem alten Handelsweg quer durch den Harz – der Kaiserweg folgt den Spuren der Herrscher und lässt jede Wanderung zu einer Zeitreise werden.

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